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Beschreibung:
Eines der härtesten und kältesten Winterrennen der Welt durch die eisige Wüste von Alaska. 1700 km beträgt die Langdistanz und immer noch beachtliche 560 km die Kurzdistanz. Weltweit werden für dieses Rennen nur 50 Starter zugelassen. Diese können dann in den Disziplinen "Mountainbike", "Ski" oder zu "Fuß" diese Strecke bewältigen. Bei der Anmeldung ist anzugeben, in welcher Disziplin man an den Start geht.
Die Teilnehmer sind bei diesem Rennen auf sich allein gestellt. Die Überlebensausrüstung muss von den Teilnehmern mitgeführt werden. Die Teilnehmer, die zu Fuß gehen, ziehen dafür eine Pulka hinter sich her. Auch ein Zeitlimit ist vorgegeben, für die 560 km sind dies 10 Tage.


2010



Nach Bewerbung und eines Auswahlgespräches erhielt ich, als einer der ersten Deutschen, vom Veranstalter die "Einladung" zum Start. Doch bevor am 28.02.2010 der Startschuss fiel, absolvierte ich fünf Monate vorher ein hartes Training. 2300 Trainingskilometer, viele Materialtests und ungemütliche Biwaks hatte ich überstanden.

Das Rennen lief die ersten Tage hervorragend, auch wenn sich das Wetter nicht von seiner besten Seite zeigte. Nach vier Tagen hatte ich den Checkpoint "Rainy Pass Lodge" am Puntilla Lake erreicht und somit einen Tag Zeitpuffer rausgelaufen. Am 5. Tag überschritt ich den Rainy Pass (ca. 1000 m hoch) und beim Abstieg durch die Dalzell-Schlucht hatte ich leider einen Unfall, der mich dazu zwang beim Checkpoint in Rohn das Rennen abzubrechen. Auf die geleisteten 336 km in fünf Tagen im Winter in Alaska war ich trotz allem sehr stolz. 






Für das Jahr
2012 hatte ich wieder einen Startplatz bekommen und wagte nochmals die Herausforderung in Alaska.


2012

"Ich bin wieder dabei, mit 51 anderen Sportlern, davon 17 wie ich zu Fuß, stand ich am 26. Februar 2012 abermals unter dem Startbanner am Knik Lake vor den Toren von Anchorage. Was für ein Gefühl, ich dachte vor zwei Jahren nicht, nochmals hierher zurück zu kommen. Als um 14.00 Uhr der Startschuss fiel sieht alles noch sehr gut aus. Lockerer und gute Stimmung bei den Teilnehmern, die Temperaturen etwas unter dem Gefrierpunkt, kaum Wind und bewölkt.

 

Doch bereits nach 9 Stunden kam der angekündigte Schneesturm und brachte innerhalb kurzer Zeit unwahrscheinlich viel Schnee. Der Trail war bald nicht mehr zu erkennen, zum Glück hatte ich diesen bei meiner letzten Teilnahme in meinem GPS-Gerät gespeichert und konnte nun auf diese Daten zurückgreifen. Somit wusste ich zumindest, in welche Richtung es ging und wo ich mich gerade befand.



Für die Sportler, die mit dem Bike unterwegs waren, war es noch schwieriger vorwärtszukommen als für mich als Läufer. Mit den Schneeschuhen war ich zwar langsam aber immer noch schneller als die Biker. Nach 31 anstrengenden Stunden erreichte ich den ersten Checkpoint " Yentna Station" bei km 91. Ganze 10 Stunden später als geplant, aber ich war überrascht als ich mich in die Liste eingetragen habe. Als 10. war ich sehr gut im Rennen. Das Wetter wurde nicht besser, immer wieder neue Schneefälle und Verwehungen auf der kommenden Etappe, die ich nach 6 Stunden Aufenthalt am Checkpoint, anging.  Endlos lang waren diese nächsten 51 km bis nach Skwenta, aber ich war nun eingelaufen, hatte mich an das lange Laufen mit den sperrigen und klobigen Schneeschuhen gewöhnt und kam ohne größere Probleme an. Zwischendurch zeigte sich das Wetter auch mal von seiner guten Seite und ich genoss den Blick auf die Ausläufer der Alaska Range, die jedoch noch weit vor mir lagen.





Nach einer Rast von etwa 6 Stunden machte ich mich, wieder in aller Frühe, noch in der Dunkelheit auf den Weg zum dritten Checkpoint "Winter Lake Lodge". In den letzten Stunden war wieder viel Schnee gefallen und zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wie der Stand des Rennens war. Im Nachhinein erfuhr ich, dass für 60 % der Teilnehmer, hier in Skwentna (dem zweiten Checkpoint) das Rennen zu Ende war. Es war einfach kein Durchkommen für sie. Mir ging es bisher noch gut, die Anstrengungen waren für mich noch erträglich und so kämpfte ich weiter, Schritt für Schritt. Das Geländeprofil veränderte sich nun schon etwas, ich merkte, dass ich mich langsam der Bergkette der Alaska Range näherte.  Wieder plagte ich mich ca. 19 Stunden mit meinem Pulka durch den tiefen Schnee und war froh als ich den Checkpoint "Winter Lake Lodge" nach insgesamt 208 km gegen Mitternacht erreichte. Die warme Mahlzeit in der Blockhütte war ein "Geschenk" , welches ich trotz meiner Müdigkeit genoss.

Bei Tagesanbruch marschierte ich wieder. Das nächste Ziel der Checkpoint "Rainy Pass Lodge" am Puntilla Lake.  Weitere 56 abwechslungsreiche Kilometer in Richtung Berge. Der Veranstalter schreibt über diese Etappe: "eine der anstrengendsten Abschnitte, viele Auf und Ab im Vorgebirge der Alaska Range". Ich kann dies im Nachhinein nur bestätigen. Immer wieder überraschten mich die sehr steilen Auf- und Abstiege,
z. B. am Bottom Haar dem "Flaschenhals" . An manchen Steigungen zog es mich fast wieder zurück und bei manchen Abstiegen konnte ich nur noch durch rennen kontrolliert nach unten kommen. Immer noch sehr viel Neuschnee und zum ersten Mal auch dichter Nebel. Nach 15 Stunden, bei denen mir die letzten zwei Stunden unendlich lange vorkamen erreichte ich die kleine Blockhütte am Puntilla Lake.



Ich freute mich auf ein Lager, musste aber erst mal abwarten, bis einer der anderen Teilnehmer in die nächste Etappe startete um einen Schlafplatz zu bekommen.  Wie in den letzten Nächten erging es mir auch hier. Ich fielin keinen erholsamen Schlaf sondern döste vor mich hin um immer wieder mal für eine Stunde einzuschlafen. Mich beschäftigten die Erlebnisse und ich war ge- und angespannt auf das was mich noch erwartete. Denn nun folgte die Etappe nach Rohn, über den Rainy Pass und durch die Dalzell Schlucht, eine der "Schlüsseletappen des gesamten Rennens.

Bei Tagesanbruch packte ich wieder meinen Pulka und ging los, wie so oft die letzten Tage, allein. Ich wusste, dass vor und hinter mir ca. 10 Teilnehmer waren. Alle anderen Sportler hatten das Rennen bereits aufgegeben. Es war nun auch deutlich kälter geworden und je näher ich dem Rainy Pass kam um so mehr stürmte es. "



Wie dieses  ungewöhnliche Abenteuer, dieser einzigartige Lauf durch die Wildnins von Alaska ausgeht, erfahren Sie in meinem Vortrag. Ich freue mich auf Ihr Interesse und Ihre Anfrage.